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Rezension und Interview: Fluch der Saline von Anna Castronovo

Habt ihr Lust auf einen Ausflug in das Sizilien der 60er Jahre? Hier begegnen euch der vierzehnjährige Totò und sein Vater, die in einer Salzmine schuften, eine schrullige Nonna, eine Seherin, viel Abglauben und ein Fluch.

Aber der Reihe nach. Totòs Vater kauft eine marode Salzmine, in der fortan auch Totò schuften muss, obwohl er lieber zur Schule gehen möchte. Die Saline treibt die Familie in den Ruin, aber Totòs Vater will nicht verkaufen. Dann ist da auch noch ein Fluch, der auf der Saline zu liegen scheint und ein dunkles Familiengeheimnis. Kann Totò trotzdem seinen Traum verwirklichen?

Fazit

Der Roman von Anna Castronovo beinhaltet nicht nur eine packende Familiengeschichte. Sie zeigt uns auch das Sizilien der 60er Jahre, in dem Armut und Hoffnungslosigkeit herrschen, es strikte Regeln insbesondere für Frauen gibt, Menschen voller Aberglauben sind und ein Gerücht schnell zur Wahrheit wird und Menschen stigmatisiert.

Ich habe Anna Castronovo über den Skoutz Award kennen gelernt, den die Autorin im letzten Jahr in der Kategorie „Historische Roman“ gewonnen hat und war schon sehr gespannt auf ihr neues Buch. Ich habe es in einem Zug durchgelesen. Es ist spannend und bildreich geschrieben.  Ein weiteres Plus: Es ist nicht alles so, wie es zunächst scheint. Denn nichts ist langweiliger, als wenn man nach der ersten Seite schon weiß, wie es ausgeht. Die Charaktere sind großartig beschrieben, man fühlt sich sofort mit ihnen verbunden. Egal ob es der junge Totò ist, der ausbrechen will, die Nonna mit Lockenwicklern im Haar, die vielleicht gar nicht so verrückt ist, wie man glaubt oder der Vater, der in seinem Wunsch der Armut zu entfliehen, alles falsch macht, was man falsch machen kann.

Anna Castronovo kennt Sizilien sehr gut. Man merkt dem Buch an, dass sehr gut recherchiert wurde. Viele kleine Details machen das Lesen zum Genuss. Ganz nebenbei erfährt man viel über die Region und Salzherstellung. Und im Buch gibt es auch noch ein Rezept für  das Auberginengericht Caponata, das ich demnächst für meinen Food Blog ausprobieren will.

Ein Buch, das ich euch sehr empfehlen kann.

Interview mit Anna Castronovo

Anna Castronovo
Anna Castronovo mit ihrem Buch „Fluch der Saline“

Ich habe der Autorin fünf Fragen gestellt:

Dein Roman spielt in Italien. Wie ist dein Verhältnis zu Italien?

Amore, amore 🙂 Seit meiner Kindheit war ich immer viel in Italien. Nach der Schule habe ich ein Jahr in Perugia Italienisch studiert, danach wurde ich Dolmetscherin und Übersetzerin. Vor 21 Jahren habe ich dann in München meinen jetzigen Mann kennengelernt – einen Sizilianer. Wir verbringen jedes Jahr mehrere Wochen auf der Insel, also genug Gelegenheit, Stoff für meine Sizilienromane zu sammeln.


Wie entstehen neue Bücher bei dir? Was inspiriert dich zum Schreiben?

Die Geschichten finden mich, sie kommen zu mir. Manchmal stelle ich mir vor, im Universum schweben lauter unerzählte Stories herum, die auf die richtige Person warten, um endlich aufgeschrieben zu werden. Manchmal blitzen in mir Figuren auf, Schauplätze oder bestimmte Sätze und ich weiß sofort: Dem muss ich nachgeben. Meine Romane haben auch alle einen wahren Kern – meist Geschichten, die mir andere Menschen erzählen.

Bist du ein Mensch, der Ruhe und Zurückgezogenheit zum Schreiben braucht oder bestimmte Rituale?

Oh, ich bräuchte viel mehr Ruhe zum Schreiben 😉 Der Grund, warum meine Romane immer so lange brauchen, bis sie fertig sind, ist das Alltagschaos bei uns zuhause. Zwei Kinder, Mann, Haus, Garten, Pferd, Kater und meine „normale“ Arbeit als Journalistin … Vor allem während der Homeschooling-Zeit habe ich überhaupt keine Ruhe zum Schreiben gehabt. Ich hoffe sehr, dass wir jetzt in den Sommerferien in unser Haus ans Meer fliegen können, das ist wie ein Schreib-Camp für mich. Morgens, wenn alle noch schlafen, setze ich mich mit einem Kaffee auf die Terrasse, schaue aufs Meer, und dann fließen die Geschichten aus mir heraus.

Was beschäftigt dich gerade in Bezug auf deinen Roman? Lesungen sind ja wegen Corona nicht möglich.

Tatsächlich ist der Buch-Launch voll in die Hose gegangen. Das lag in erster Linie an den langen Lieferzeiten von BoD, die meinen ganzen Zeitplan zerstört haben. Ich musste erst 3 Wochen auf das Probeexemplar warten, und als ich das freigegeben hatte, nochmal 4 Wochen auf die erste Buchlieferung. Das hat dazu geführt, dass auf Social Media Buchbesprechungen und Gewinnspiele liefen, bevor das Buch überhaupt erhältlich war. Auch die Leserunde auf Lovelybooks war schon abgeschlossen, bevor der Roman in den Shops war. Das war wirklich blöd. Aber ich hoffe natürlich, dass Totòs Geschichte vielen Lesern gefällt, und der Roman sich trotzdem via Mundpropaganda und Social Media durchsetzt.

Was ist dein Lieblingsbuch?

„Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende hat die Liebe zu Büchern in mir entfacht, als ich 5 Jahre alt war. Deshalb wird es immer einen besonderen Platz in meinem Lese-Herzen haben. Ansonsten: viele, viele, viele.

Vielen Dank, Anna!

 

Auf ihrer Website findet ihr Infos zu “ Fluch der Saline“ und weiteren Büchern der Autorin. Oder besucht ihre Facebookseite, wo Anna ihre Leserinnen und Leser mit auf die Reise nimmt, wenn sie ein neues Buch beginnt.

Titel: Fluch der Saline

Autorin: Anna Castronovo

Erscheinungsjahr: 2020

ISBN 978-375-193-823-5

E-Book: 4,99 €; Taschenbuch 10,99 €

 

 

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Der fremde Tibeter

Wir ihr wisst, stelle euch hier nicht nur Bücher vor, die neu erschienen sind, sondern auch ältere Bücher, die mir sehr gut gefallen haben und die ich immer wieder mal lese.

Heute stelle ich euch ein Buch vor, dass bereits 2002 erschienen ist und das ihr unbedingt gelesen haben solltet, wenn ihr Krimis mögt, euch für tibetischen Buddhismus und fremde Welten interessiert.

Der Autor, Eliot Pattison, ist Journalist, Rechtsanwalt und ein profunder Kenner des Tibetischen Buddhismus. Er ist oft nach China und Tibet gereist und das merkt man dem Buch auf jeder Seite an.

Worum geht es?

Der Polizist Shan fällt in Ungnade und wird in ein chinesisches Arbeitslager im besetzen Tibet verbannt. Als ein Mord passiert, darf er wieder ermitteln. Natürlich nur im Sinne der chinesischen Regierung. Shan findet versteckte Klöster und Höhlen, in denen die Tibeter ihren Widerstand organisieren, trifft beeindruckende Menschen – und stößt auf so manchn Ungereimtheit, die der chinesischen Regierung nicht schmecken wird. Und Shan weiß, was mit Menschen passiert, die sich gegen die Besatzungsmacht stellen. Eine Drahtseilakt.

Fazit

In den USA wurde das Buch mit dem renommiertesten Krimipreis, dem Edgar Allen Poe Award, ausgezeichnet. Aber dieses Buch ist so viel mehr als ein Krimi. Es entführt in eine fremde, mystische Welt. Man lernt ganz nebenbei viel über den Tibetischen Buddhismus, über das besetzte Tibet und den Kampf gegen die Besatzungsmacht China. Und damit ist es -leider- immer noch hoch aktuell. Absolut packend erzählt. Inzwischen gibt es übrigens schon neun Bände von Ermittler Shan.

  • Titel: Der fremde Tibeter
  • Autor: Eliot Pattison
  • Übersetzer: Thomas Haufschild
  • Erscheinungsjahr 2002
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10:3746618320
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Renzension: Der alte Mann und das Meer

In Zukunft möchte ich auf diesem Blog häufiger Bücher vorstellen. Und zwar nicht nur Bücher, die vielleicht gerade erst erschienen sind (die natürlich auch), sondern auch Klassiker und Bücher, die ich im Laufe der Zeit gelesen  und die mich begeistert haben.

Heute geht es um einen Klassiker der Weltliteratur. Ernest Hemingways “ Der alte Mann und das Meer.“

Worum es geht

Der Plot ist einfach: Ein kubanischer Fischer fährt zum Fischen aufs Meer. Nach langer Zeit gelingt es ihm endlich wieder, einen großen Fang zu machen. Aber bekommt er ihn trotz vieler Gefahren auch an Land? Kann er den Fang retten und damit auch sein eigenes Überleben sichern?

Daraus macht Hemingway eine Geschichte, die an Spannung kaum zu überbieten ist und zeigt, dass eine fesselnde Geschichte nicht unzählige Handlungsstränge und Protagonisten braucht.

Fazit

Hemingway hat für diesen Roman nicht umsonst den Pulizer Preis gewonnen und später auch den Literaturnobelpreis erhalten. Absolut empfehlenswert.

  • Titel: Der alte Mann und das Meer
  • Autor: Ernstest Hemingway
  • Übersetzer: Werner Schmitz
  • Erscheinungsjahr: 1914
  • ISBN-10:978-3-499-26767-3