Rezension: „Das Flüstern der Bäume“ von Michael Christie

Michael Christie hat mit „Das Flüstern der Bäume“ eine spannende Familiensaga und einen Öko-Roman zugleich geschrieben.

Worum geht es?

Der Roman beginnt in der Zukunft, im Jahr 2038. Die Umwelt ist zerstört, die Luft verseucht. Wer es sich leisten kann, bucht eine Führung in einem der letzten Wälder, die es gibt. Dort, auf Greenwood-Island, arbeitet Jacinda und führt die sogenannten Pilger durch den Wald, den diese wie eine Kathedrale bewundern.

Jacinda entdeckt eines Tages voller Entsetzen, dass einige der ältesten Bäume offenbar von einem Pilz befallen sind. Was soll sie tun? Wird man sie den Wald retten lassen? Oder siegen die kommerziellen Interessen der Firma, der der Wald gehört?

Hier startet Christie seine Geschichte, die zurück bis zum Jahr 1908 reicht.

In knapp 600 Seiten erfährt man etwas über die Vorfahren Jacindas, deren oft hartes Schicksal, man lernt viel über Wälder und die innige Verbundenheit der Familie Greenwood mit der Natur.

Der Autor lebt auf einer Insel vor Vancouver in einem selbst gebauten Baumhaus und man merkt diesem Buch an, wie gut er sich mit Wäldern auskennt. Das finde ich -neben der eigentlichen Story- sehr interessant und informativ. Ein Bonus oben drauf.

Fazit

Ich habe das Buch sehr gern gelesen. Nur an einer Stelle war ich irrtiert. Christie beschreibt, wie ein Mann einen Säugling im Wald findet und mitnimmt. Das Baby füttert er nur alle paar Tage mit etwas Ziegenmilch, springt mit ihm aus einem fahrenden Güterzug, wobei das Baby zu Boden fällt und vieles mehr. Dass ein Säugling so etwas überlebt, halte ich für unrealistisch.

Andererseits schreibt Christie auch aus der Sicht von Frauen. Was er sehr gut macht. Denn ich habe es schon öfter erlebt, dass männliche Autoren aus Sicht einer Frau schreiben und man sich als Leserin sagt:“ So sprechen, verhalten Frauen sich nicht.“

Davon abgesehen, gefallen mir die verschiedenen Charaktere, die Schilderung der unterschiedlichen Jahrzehnte, der Natur.

Auch den Beginn des Buches finde ich -leider- sehr realistisch und gut vorstellbar. Man fragt sich unwillkürlich, ob wir auch einmal in einer solchen Umwelt leben müssen, in der das Atmen schwer fällt und Wälder den meisten Menschen unbekannt sind.

Vielleicht hatte ich deshalb beim Lesen sofort Lust, in einem Wald spazieren zu gehen, den Anblick alter Bäume zu genießen und durchzuatmen.

Für dieses Buch solltet ihr euch ein bisschen Zeit nehmen. Zum einen, weil man knapp 600 Seiten nicht mal eben so weg liest, zum anderen, weil es durchaus anspruchsvoll ist, was die verschiedenen Informationen und die komplexen Figuren angeht. Es lohnt sich, gerade für Leserinnen und Leser, die die Natur lieben und auf Familiensagen stehen.

  • Titel : Das Flüstern der Bäume
  • Autor: Michael Christie
  • Übersetzer: Stephan Kleiner
  • Gebundene Ausgabe : 560 Seiten
  • ISBN-13 : 978-3328600794
  • HerausgeberPenguin Verlag; Deutsche Erstausgabe Edition (5. Oktober 2020)

2 Kommentare zu „Rezension: „Das Flüstern der Bäume“ von Michael Christie

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